Mauke – Ein Pferd, eine Krankheit, viele Ursachen

04. Juni 2019

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Umwelt oder Parasiten: die Mauke findet ihren Weg

Mauke ist eine bei Pferden häufig gesehene Erkrankung des Fesselbereichs, weshalb sie auch als Fesseldermatitis oder Fesselekzem bezeichnet wird. Meist ist sie an den hinteren Beinen in der Fesselbeuge zu finden, wo sich schmerzhafte, entzündliche Hautveränderungen entstehen. Was löst eine Mauke aus und wie kann man sie bekämpfen?

Es gibt viele verschiedene Faktoren, die einen möglichen Grund für den Ausbruch darstellen. Oft ist es eine Kombination aus mehreren Ursachen. Hierzu zählen vor allem:

  • Lange Fesselbehänge – Pferderassen wie Tinker und Friesen haben stark behangene Haut an den Fesseln, was bedeutet, dass sich die Feuchtigkeit in dieser Region festhält und die Haut aufweicht
  • Weiße Fesseln – Pferde mit weißem Fell an den Fesseln haben in diesem Bereich wenig Schutz gegenüber Sonneneinstrahlung, weil die Haut dort fein und wenig behaart ist

Weitere Ursachen, die keine zusätzlichen Faktoren benötigen, um die Erkrankung auszulösen sind:  die durch Milben entstehende Chorioptes-Räude, eine Gefäßentzündung (Vaskulitis) oder eine Lichtüberempfindlichkeit der Haut (Photodermatitis). Wenn bereits eine Vorbelastung vorhanden ist, tragen auch vermeintlich kleine Probleme oft zu einer Verschlechterung der Mauke bei. Durch die vorgeschädigte Haut kommt es leicht zu einer bakteriellen Infektion. Diese wird jedoch auch durch wechselnde Beschaffenheit des Untergrunds (Matsch-Koppel/schlecht gemisteten Box/Auslauf mit harten, stechenden Pflanzen) begünstigt, da so die Haut aufgeweicht wird und auch winzige Verletzungen, die mit dem Auge allein nicht sichtbar sind, entstehen.

Woran erkennt man Mauke?
Zu Beginn zeigen sich haarlose Stellen und Rötungen der Haut, später kann es zu Schwellungen, Schuppung, Krusten und verklebten Haaren kommen. Betroffene Pferde spüren Juckreiz oder Schmerzen, in manchen Fällen werden sie auch lahmen. Die Erscheinung der Anzeichen ist auch einzeln möglich. Wenn als Besitzerin beziehungsweise Besitzer solche Symptome auffallen, sollte man so schnell es geht mit der Tierärztin oder dem Tierarzt abklären, worum es sich handelt, um eine Verschlimmerung des Zustands zu vermeiden.

Wie kann man Mauke behandeln?
Entscheidend ist eine gute Diagnose, damit die richtige Behandlung und schlussendlich eine dauerhafte Heilung erreichbar ist. Oft ist es auch der Fall, dass das Tier schon vorbehandelt wurde und es dadurch zu chronischen Veränderungen gekommen ist. Man sollte nie auf eigene Faust medizinische Maßnahmen zu setzen, ohne vorher zu wissen was die Mauke ausgelöst hat. Was man allerdings selbst ausführen kann ist eine Umgebungsanpassung.
Das heißt:

  • feuchte Untergründe vermeiden (keine schlammigen oder sandigen Ausläufe)
  • erst nachdem der Morgentau getrocknet ist das Pferd auf die Koppel lassen
  • bei Schlechtwetter muss das Tier drinnen bleiben
  • saubere, trockene Ställe

Damit kann man schon einiges bewirken. Die restliche Therapie bestimmt dann die Tierärztin oder der Tierarzt, nachdem sie oder er die Ursache für die Mauke bestimmt hat. Dafür sollte zuerst eine gründliche Allgemeinuntersuchung durchgeführt werden, um innere Erkrankungen aufzudecken beziehungsweise auszuschließen. Danach folgt eine vollständige dermatologische Untersuchung, bei der mithilfe von Zusatzuntersuchungen und anderen Schnelltests Infektionserreger festgestellt werden können, so kann bereits innerhalb von 24-72 Stunden entsprechend behandelt werden. Zu ihnen gehören Abklatsch-Zytologie (Probe wird zum Beispiel mit der Klebeseite eines Tesa-Filmes genommen) und Hautgeschabsel (Probe wird mit einem Skalpell abgeschabt). Es ist auch möglich Pilzproben abzunehmen, wobei man hier 2-4 Wochen auf ein Ergebnis warten muss.

Erkrankungen mit Mauke sind sehr unterschiedlich, genau deshalb ist es essenziell, so schnell wie möglich und so lange wie nötig zu therapieren. Wenn Besitzerinnen, Besitzer und Tierärztinnen oder Tierärzte zusammenarbeiten, den Auslöser klären und die richtigen Maßnahmen setzen, ist eine langfristige Heilung nicht ausgeschlossen. Um sicher zu sein, sollte man jedoch regelmäßige Kontrollen durchführen, damit ein Rückfall so früh wie möglich erkannt wird.


Kategorien: artgerecht, Ektoparasiten, Haltung, Mauke, Pferd

Geschrieben von: Maurizio Colcuc